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Aus der Turnhalle wurde ein Konzertsaal
Geschrieben von: rogu   
Freitag, den 14. Februar 2020 um 05:10 Uhr

Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Augsburg zu Gast in der Mittelschule

Von Rosmarie Gumpp

 

 

Da staunten die Buben und Mädchen der fünften und sechsten Klassen nicht schlecht, denn ein ganzes Orchester mit seinem Dirigenten Domonkos Héja war in die Turnhalle der Mittelschule Meitingen gekommen. Lehrerin Simone Möckl hatte es geschafft, dass das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Augsburg mit 45 Musikern und seinem Generalmusikdirektor und künstlerischem Leiter Domonkos Héja sowie einem Sänger und einer Erzählerin eine Stunde die Turnhalle in einen Konzertsaal verwandelte. Katja Schild vom Bayerischen Rundfunk moderierte sehr einfühlsam, temperamentvoll und bezog immer wieder auch die Schülerinnen und Schüler zum aktiven Mitmachen ein.

 

 

Die Erzählerin hatte eine kleine Stoffhummel dabei, die zusammen mit den Kindern in die musikalische Welt hinauszog. Die musikalische Reise der kleinen Hummel begann in Russland mit einem Stück von Rimsky Korsakov sowie einem Tanz aus dem „Nussknacker“ von Tschaikowsky. Anscheinend können die kleinen Hummeln auch sehr hoch fliegen, denn für das stachelige Etwas war es kein Problem mit der Unterstützung des Orchesters und den Kindern den Mount Everest, den höchsten Berg der Welt zu überfliegen. Das nächste Land, das bereist wurde, war die Türkei. Aus Ungarn waren Werke von Béla Bartok zu hören. Gastmusiker Seref Dalyanoglu begleitete auf seiner orientalischen Laute ein türkisches Volkslied und sang auch dazu. Die Reise der kleinen stacheligen Hummel führte weiter nach Norwegen zu Peer Gynt, nach Spanien zu Carmen und auch nach Italien zu einem kleinen Intermezzo aus der Cavalleria Rusticana von Pietro Mascagni. In den USA besuchte das Stacheltier Scott Joplin, aus Argentinien gab es Astor Piazzolla mit seinem Libertango. Die kleine Hummel legte eine weite Reise hinter sich und unterschiedlicher hätte die Musik in den einzelnen Stationen gar nicht sein können. Dirigent Domonkos Héja ermutigte auch zwei Schüler, das große Orchester einmal zu dirigieren.


 

 

 

Lukas und Vanessa hatten den Mut, den Dirigentenplatz zu ersteigen, hoben mit anfänglicher Unterstützung durch den Maestro den Taktstock und los ging das Dirigieren, das den beiden Schülern großen Spaß bereitete. Das Orchester intonierte dabei die Ouvertüre aus „Carmen“ von Georges Bizet. Für ihren Mut wurden Lukas und Vanessa mit jeweils zwei Freikarten für ein Familienkonzert in Augsburg belohnt. Der Radetzky-Marsch von Johann Strauß führte die kleine Hummel von der musikalischen Weltreise wieder zurück in die Turnhalle der Mittelschule Meitingen. Katja Schild moderierte souverän ein Konzert mit Musikstücken aus aller Welt, bei dem auch die Kinder immer wieder durch Gespräche oder auch aktives Tun miteinbezogen wurden. Die Sprecherin und Schauspielerin animierte die Schülerinnen und Schüler zum rhythmischen Stampfen, Klatschen und Springen und erzählte fast ganz nebenbei noch Interessantes über die Komponisten. Rektor Peter Reithmeir bedankte sich am Ende einer sehr beeindruckenden „Schulstunde“ der etwas anderen Art bei den Künstlern, der Erzählerin und der Organisatorin Simone Möckl. Der Schülerschaft mit ihren Lehrkräften wird das Erlebnis, ein großes Orchester in der eigenen Schule gesehen und gehört zu haben, unvergessen bleiben.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 01. April 2020 um 06:42 Uhr